Ein Haus verkaufen trotz Mieter ist rechtlich zulässig, wirtschaftlich jedoch anspruchsvoll. Der bestehende Mietvertrag bleibt auch nach dem Verkauf bestehen und beeinflusst Preis, Käuferkreis und Vermarktungsstrategie maßgeblich. Dieser einzigartige, redaktionelle Fachbeitrag erklärt präzise, was der Verkauf eines vermieteten Hauses bedeutet, welche Rechte gelten, welche Fehler häufig gemacht werden und wie Eigentümer heute realistisch, rechtssicher und erfolgreich verkaufen.
Haus verkaufen trotz Mieter – was es bedeutet und wie der Verkauf gelingt
Die Frage „Was ist Haus verkaufen trotz Mieter?“ taucht immer dann auf, wenn Eigentümer ihre Immobilie veräußern möchten, das Haus jedoch nicht leer steht. Viele unterschätzen die Tragweite: Ein laufendes Mietverhältnis verändert nicht nur die rechtliche Ausgangslage, sondern auch den Marktwert und die Käuferstruktur erheblich.
Während leerstehende Häuser emotional vermarktet werden, folgt der Verkauf eines vermieteten Hauses anderen Regeln. Wer diese Unterschiede nicht kennt, riskiert lange Vermarktungszeiten oder unnötige Preisabschläge.
1. Was bedeutet „Haus verkaufen trotz Mieter“ konkret?
Der Begriff beschreibt den Verkauf einer Immobilie, bei der ein rechtsgültiger Mietvertrag besteht und fortgeführt wird.
Zentraler rechtlicher Grundsatz:
„Kauf bricht nicht Miete“ (§ 566 BGB)
Das bedeutet:
- Der Käufer tritt automatisch in den bestehenden Mietvertrag ein
- Mietpreis, Kündigungsschutz und Vertragsbedingungen bleiben unverändert
- Der Verkauf selbst ist kein Kündigungsgrund
Der Mieter bleibt also rechtlich unangetastet – unabhängig vom Eigentümerwechsel.
2. Welche Rechte hat der Mieter beim Hausverkauf?
Mieter genießen in Deutschland einen besonders starken Schutz. Beim Hausverkauf gelten unter anderem:
- Fortbestand des Mietvertrags
- gesetzliche Kündigungsfristen
- Kündigung nur bei berechtigtem Eigenbedarf oder schwerwiegenden Gründen
- ggf. Sperrfristen bei Umwandlung in Eigentum
Ein häufiger Irrtum: Der neue Eigentümer kann nicht frei über die Immobilie verfügen, solange das Mietverhältnis besteht.
3. Pflichten des Eigentümers gegenüber dem Mieter
Auch Verkäufer sind an klare Pflichten gebunden:
- Information über den Eigentümerwechsel
- Übergabe vollständiger Mietunterlagen
- Rücksichtnahme bei Besichtigungen
Besichtigungen müssen vom Mieter geduldet werden, jedoch nur:
- nach vorheriger Ankündigung
- zu zumutbaren Zeiten
- in angemessenem Umfang
Ein respektvoller Umgang ist nicht nur rechtlich geboten, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.
4. Wie wirkt sich ein Mieter auf den Verkaufspreis aus?
Ein Hausverkauf trotz Mieter führt in vielen Fällen zu einem Preisabschlag gegenüber leerstehenden Immobilien.
Gründe dafür sind:
- Eigennutzung ausgeschlossen
- eingeschränkte Zielgruppe
- geringere emotionale Kaufentscheidung
- eingeschränkte Besichtigungsmöglichkeiten
Praxiswerte:
Preisabschläge von 10 bis 30 Prozent sind marktüblich – abhängig von Lage, Miethöhe, Vertragsdauer und Zustand.
5. Wer kauft ein Haus mit Mieter?
Ein vermietetes Haus richtet sich nahezu ausschließlich an:
- Kapitalanleger
- langfristige Investoren
- Bestandshalter
Diese Käufer interessieren sich weniger für Gestaltung oder Emotionen, sondern für:
- Mietrendite
- Vertragsstabilität
- Instandhaltungszustand
- rechtliche Sicherheit
Die Vermarktung muss entsprechend sachlich und zahlenorientiert erfolgen.
6. Chancen beim Hausverkauf trotz Mieter
Trotz Einschränkungen bietet der Verkauf auch Vorteile:
- laufende Mieteinnahmen bis zur Übergabe
- keine Leerstandsphase
- planbare Einnahmen für Käufer
- stabile Nachfrage in angespannten Wohnungsmärkten
In Großstädten und Ballungsräumen gelten vermietete Häuser teilweise als besonders wertstabil.
7. Typische Fehler beim Verkauf eines vermieteten Hauses
Zu den häufigsten Fehlern zählen:
- unrealistische Preisvorstellungen
- fehlende oder unvollständige Mietunterlagen
- Konflikte mit dem Mieter
- Vermarktung an falsche Zielgruppen
Diese Faktoren verlängern die Vermarktung erheblich und erhöhen den Preisdruck.
8. Strategien für einen erfolgreichen Verkauf
Transparenz schaffen
- Mietvertrag vollständig offenlegen
- Nebenkostenabrechnungen bereitstellen
- Modernisierungsmaßnahmen dokumentieren
Zielgruppenorientiert vermarkten
- Fokus auf Renditekennzahlen
- sachliche, nüchterne Exposés
- realistische Preisstrategie
Kommunikation mit dem Mieter
Ein kooperativer Mieter:
- erleichtert Besichtigungen
- verbessert den Gesamteindruck
- reduziert Kaufhemmnisse
Marktbericht
Berlin – Der Verkauf vermieteter Wohnhäuser gewinnt an Bedeutung. Steigende Finanzierungskosten und ein verändertes Käuferverhalten führen dazu, dass Investoren verstärkt auf kalkulierbare Bestandsobjekte setzen.
Marktbeobachter sehen klare Vorteile für Eigentümer, die ihre Immobilie rechtssicher, transparent und realistisch bepreisen. Entscheidend sei nicht der Leerstand, sondern die wirtschaftliche Planbarkeit des Mietverhältnisses.
❓ Häufige Fragen: Haus verkaufen trotz Mieter

Kann man ein Haus trotz Mieter verkaufen?
Ja. Ein Verkauf ist jederzeit möglich. Der Mietvertrag bleibt bestehen.
Muss der Mieter zustimmen?
Nein. Die Zustimmung des Mieters ist nicht erforderlich.
Kann der Käufer kündigen?
Nur bei Eigenbedarf oder schwerwiegenden Gründen – unter Einhaltung aller Fristen.
Wie hoch ist der Preisabschlag?
In der Regel zwischen 10 und 30 Prozent.
Ist ein Verkauf mit oder ohne Mieter besser?
Ohne Mieter erzielt meist höhere Preise, mit Mieter ist die Käufergruppe klarer definiert.
Fazit: Haus verkaufen trotz Mieter ist eine Frage der Strategie
Ein Haus verkaufen trotz Mieter ist weder Ausnahme noch Nachteil, sondern eine anspruchsvolle Verkaufsform. Wer rechtliche Rahmenbedingungen kennt, den Markt realistisch einschätzt und transparent kommuniziert, kann auch mit vermieteter Immobilie erfolgreich verkaufen. Entscheidend sind Zielgruppenfokus, Preisrealismus und professionelle Vorbereitung.

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