Möblierte Wohnung vermieten“ beschreibt die zeitlich begrenzte oder dauerhafte Vermietung einer vollständig eingerichteten Immobilie. Das Modell gewinnt in Großstädten rasant an Bedeutung: In deutschen Metropolen liegt die Nachfrage nach möbliertem Wohnraum bis zu 40 % über der nach unmöblierten Wohnungen. Der folgende Fachartikel erklärt Definition, Marktpotenzial, rechtliche Grundlagen, Chancen, Risiken und zeigt, warum dieses Vermietungsmodell 2026 zu den renditestärksten Segmenten zählt.
Urbanes Leben wird flexibler. Projektarbeit, Remote Work und internationale Mobilität verändern den Wohnungsmarkt grundlegend. Wer heute in Berlin, München oder Frankfurt ankommt, sucht nicht zwingend eine leere Wohnung mit zehnjähriger Perspektive – gefragt sind sofort nutzbare, vollständig ausgestattete Wohnräume. Genau hier setzt das Modell „Möblierte Wohnung vermieten“ an.

Die Vermietung möblierter Wohnungen ist längst kein Nischenphänomen mehr. In deutschen Großstädten entfallen inzwischen bis zu 25 % der neu inserierten Mietangebote auf möblierten Wohnraum. Für Vermieter eröffnet sich damit ein Markt mit überdurchschnittlicher Rendite – aber auch mit besonderen rechtlichen Anforderungen.
Wann gilt eine Wohnung als möbliert?
Rechtlich existiert keine starre Definition. In der Praxis gilt eine Wohnung als möbliert, wenn sie die wesentlichen Gegenstände des täglichen Lebens enthält:
- Bett
- Tisch und Stühle
- Kleiderschrank oder Kommode
- Sofa oder Sitzgruppe
- Voll ausgestattete Küche
- Beleuchtung
- Garderobe
- Waschmaschine
Erst wenn ein Mieter ohne eigene Grundausstattung einziehen kann, wird eine Wohnung marktüblich als möbliert angesehen. Zusätzliche Elemente wie Teppiche, Vorhänge oder Geschirr erhöhen die Attraktivität – sind jedoch nicht zwingend.
Markt & Nachfrage: Warum das Modell boomt
Die Nachfrage nach möblierten Wohnungen steigt kontinuierlich:
| Stadt | Anteil möblierter Inserate | Mietaufschlag ggü. leer |
|---|---|---|
| München | ca. 28 % | +20–35 % |
| Berlin | ca. 25 % | +15–30 % |
| Frankfurt | ca. 31 % | +25–40 % |
| Hamburg | ca. 22 % | +15–25 % |
Treiber sind:
- internationale Fachkräfte
- Studierende und Praktikanten
- Projektmitarbeiter
- Expats
- Menschen in Übergangsphasen (Trennung, Jobwechsel)
Vorteile für Vermieter
- Höhere Mieteinnahmen durch Möblierungszuschlag
- Geringere Leerstandszeiten
- Flexiblere Vertragsgestaltung
- Attraktive Zielgruppen mit hoher Zahlungsbereitschaft
- Steuerliche Abschreibung der Möbel
In gefragten Lagen lassen sich monatliche Erträge erzielen, die 20–40 % über klassischen Mieten liegen.
Risiken und Herausforderungen
- Höherer Verwaltungsaufwand
- Abnutzung von Möbeln
- Investitionskosten für Ausstattung
- Rechtliche Fallstricke
- In manchen Städten Zweckentfremdungsregelungen
Wichtig: Wer zusätzliche Services wie Reinigung oder Wäscheservice anbietet, kann in den Bereich gewerblicher Vermietung fallen.
Rechtliche Grundlagen in Deutschland
- Mietrecht bleibt grundsätzlich anwendbar
- Kündigungsfristen können verkürzt sein (bei Teilvermietung)
- Möblierung muss im Vertrag explizit genannt werden
- Umfang und Zustand der Einrichtung sollten dokumentiert sein
- In Städten wie Berlin oder München gelten Registrierungspflichten
Vor allem in Ballungsräumen ist die Zweckentfremdungssatzung zu beachten.
Möblierungszuschlag berechnen
Zwei gängige Modelle:
Berliner Modell
2 % des Zeitwerts der Möbel pro Monat.
Formel:
(Neuwert / 10 Jahre × Restjahre) × 0,02
Hamburger Modell
Berücksichtigt Verzinsung und Abschreibung.
Beide Modelle sind rechtlich anerkannt und helfen, den Zuschlag nachvollziehbar zu gestalten.
Vermarktung: Der entscheidende Faktor
Erfolgreiche Vermietung beginnt bei:
- hochwertiger Fotografie
- klarer Beschreibung der Ausstattung
- transparenter Mietstruktur
- Betonung von Lage, ÖPNV, Internet, Ausstattung
Mieter zahlen den Aufpreis nur, wenn der Mehrwert sichtbar ist.
Fazit: Möblierte Wohnung vermieten als Zukunftsmodell
„Möblierte Wohnung vermieten“ ist kein Trend, sondern eine strukturelle Antwort auf veränderte Lebensmodelle. In urbanen Räumen entsteht ein eigener Markt zwischen Hotel und klassischer Miete. Wer rechtlich sauber arbeitet, transparent kalkuliert und professionell vermarktet, kann dieses Segment als stabile und renditestarke Einnahmequelle nutzen.
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